Sommerangebot der kfd im Dekanat Waldshut

In fröhlicher Runde besichtigen 50 kfd-Frauen aus dem Dekanat Waldshut das ehemalige Augustinerchorherrenstift in Riedern am Wald.

(BW) Riedern a. W. Es ist schon eine liebgewordene Tradition, dass sich die Frauen aus dem Dekanat Waldshut, die zur katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, kurz kfd, gehören, vor den Sommerferien fernab von Tagesordnungspunkten und Regularien in einer zwangloser Runde treffen und Zeit miteinander verbringen. Ganz nebenbei lernen sich die Frauen, deren Ortsgruppen manchmal weit auseinander liegen, besser kennen und entdecken auch besondere Orte im großen Dekanat Waldshut. Und so machten sich auf Einladung des kfd-Dekanatsleitungsteams unter der Vorsitzenden Birgit Widmer 50 Frauen bei strahlendem Sommerwetter von Laufenburg, Murg und Herrischried bis Bonndorf, Kadelburg, Dachsberg, Höchenschwand, Häusern, Waldshut und Dogern auf den Weg und verbrachten einen schönen und interessanten Nachmittag in Riedern am Wald. Dort steht das gut erhaltene Augustinerchorherrenstift aus dem 12. Jahrhundert, im Volksmund auch kurz Kloster von Riedern genannt. Die beiden Führerinnen Irmgard Blatter-Kramhöler aus Riedern und Kerstin Kaiser aus Berau verstanden es, den Werdegang des geschichtsträchtigen ehemaligen Klosters der Augustinerchorherren spannend wie ein Krimi zu erzählen und die Zeit mit all ihren Gefahren, besonders für Frauen, in Bildern auferstehen zu lassen. So hörten die andächtig Lauschenden davon, dass früher an der Mauer zum Kloster ein sogenannter „Driller“-Käfig befestigt war, in den – vorwiegend – Frauen bei Vergehen, wie zum Beispiel Schwangerschaften vor der Ehe, gesperrt wurden. Nach dem Kirchgang konnte jeder, der das wollte, diesem Käfig einen Tritt geben, sodass die Frau darin heftig hin und hergeworfen wurde und oftmals ihr ungeborenes Kind verlor. Oder sie erzählten vom Mord eines ehemaligen Pfarrers in der Sakristei der Kirche des heiligen Leodegar, der seinen Messner so lange drangsaliert hatte, bis dieser ihm mit einem eisernen Kerzenständer das Lebenslicht auslöschte. In der kleinen Ölberg-Kapelle unter der Sakristei wurden vor Jahren per Zufall bei der Renovierung des Fußbodens die Gebeine von vier Kindern unterschiedlichen Alters gefunden, die dort vor langer Zeit in Kreuzform beerdigt wurden und deren Herkunft nach wie vor im Dunkeln liegt. Die kfd-Frauen waren auch fasziniert von den alten Schriften, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen und verschiedenen barocken Objekten und sakralen Gegenständen aus vier Jahrhunderten, die im Obergeschoss des Klosters Riedern aufbewahrt und liebevoll vom Museumsverein gepflegt werden. Nach einem Besuch des Klosterladens, in dem selbstbemachte Liköre, Essige und vieles mehr erstanden werden konnte, kehrten die Dekanats-Frauen im Gasthaus Kreuz ein, um den schönen Nachmittag bei einem guten Abendessen zu beenden. Die nächste Veranstaltung der kfd wird die traditionelle Wallfahrt in die Lourdes-Grotte nach Leuggern in der Schweiz am Mittwoch, den 23. August sein, zu der auch Nicht-Mitglieder herzlich eingeladen sind.